Tag der Tropenwälder

Deutsche Umwelthilfe fordert Fleisch- und Milchwirtschaft erneut auf, ab 2022 nur noch Palmöl-Futtermittel aus entwaldungsfreiem Anbau zu erlauben

Berlin (ots)


- Tropenwälder sind durch deutsche Futtermittel mit nicht-zertifiziertem Palmöl akut bedroht, da neue Waldrodungen im Anbau nicht ausgeschlossen werden
- DUH ruft Unternehmen entlang der Lieferkette tierischer Erzeugnisse auf, schnellstmöglich Vorgaben zur entwaldungsfreien Fütterung einzuführen
- Abfrage für das DUH-Futtermittelradar ergab: Nur 4 von 68 Unternehmen in Deutschland haben sich bisher selbstverpflichtet, ab 1. Januar 2022 auf zertifiziert nachhaltiges Palmöl umzustellen

Zum Internationalen Tag der Tropenwälder am 14. September erneuert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ihre Forderung an Unternehmen der Futtermittelbranche, der Lebensmittelwirtschaft und Systemgastronomie, sich zur Nutzung von ausschließlich nachhaltigem Palmöl in Futtermitteln ab 1. Januar 2022 zu verpflichten. Rund 12 Prozent des Palmölkonsums in Deutschland entfallen auf die Futtermittel-Industrie. Gleichzeitig stagniert der Anteil von entwaldungsfreiem Palmöl in Futtermitteln bei mickrigen 25 Prozent. Dennoch haben sich im Zuge des "Futtermittelradars" der DUH seit Juli bisher nur 4 von 68 Unternehmen bereit erklärt, der Forderung der DUH zu folgen und spätestens ab 1. Januar 2022 ausschließlich nachhaltig-zertifiziertes, entwaldungsfreies Palmöl einzusetzen oder gänzlich auf Palmöl in der Tierfütterung zu verzichten.

"Der Großteil der Futtermittelbranche drückt sich weiter vor seiner Verantwortung für die Zerstörung der Tropenwälder. Dies ist eine Katastrophe für den Klimaschutz und den Kampf gegen das Artensterben. Auch wenn sich einzelne Unternehmen wie Lidl verpflichten, bereits ab 1. Januar 2022 nur noch nachhaltig-zertifiziertes Palmöl ihn ihren Lieferketten zuzulassen, erwarten wir auch von Aldi, Rewe und der Schwarz-Gruppe ebenfalls schnelles Einlenken. Dazu müssen schnellstmöglich verpflichtende Vorgaben für Lieferanten eingeführt werden. Die Marktriesen haben die Macht, die gesamte vorgelagerte Futtermittel-Lieferkette zu beeinflussen und tragen Verantwortung, Entwaldung bei ihren Tierprodukten auszuschließen", sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Die DUH sieht insbesondere die Markenhersteller aus der Fleisch- und Milchwirtschaft in der Pflicht, den Futtermittelmarkt umzustellen. 80 Prozent des verfütterten Palmöls werden im Futter von Mastgeflügel und Legehennen eingesetzt, auch in künstlicher Kälbermilch und im Schweinefutter ist häufig Palmöl enthalten. Lediglich durch den Kauf von Bio-Fleisch und Bio-Milchprodukten und einigen wenigen konventionellen Produkten können Konsumentinnen und Konsumenten nicht-zertifiziertes Palmöl-Futter umgehen, das mit Waldrodungen in Zusammenhang stehen kann. Auch Fast-Food-Ketten und Gastronomie kümmern sich in den meisten Fällen noch nicht um die Sicherstellung entwaldungsfreier Futtermittel.

Dazu Karoline Kickler, Projektmanagerin für Naturschutz bei der DUH: "Es ist ein Problem, dass Verbraucherinnen und Verbraucher aktuell nicht abschätzen können, wie hoch das Risiko ist, dass der Konsum von Produkten wie Geflügelwurst oder Frischkäse neuen Regenwaldrodungen Vorschub leistet. Unternehmen der Fleisch- und Milchbranche, die sich bisher noch nicht zu unserer Abfrage geäußert haben, müssen ihr Palmöl-Problem jetzt endlich angehen. Den Verlust weiterer Tropenwälder für die Produktion billiger Futtermittel und Tierprodukte in Kauf zu nehmen, ist angesichts der Klimakrise unverantwortlich. Markenhersteller, Lebensmittelhandel und Sytstemgastronomen dürfen nicht länger tatenlos zusehen und sich auf einer fehlenden Gesetzgebung ausruhen!"

Links:

DUH-Futtermittelradar: https://www.duh.de/futtermittel-radar/

Pressekontakt:



Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

Karoline Kickler, Projektmanagerin Naturschutz
030 2400867-896, kickler@duh.de

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe,
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Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

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