Galeria Karstadt Kaufhof

Keine Chancen mehr für Schließungsfilialen

Frankfurt/Main (ots) - Für die Filialen des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof, die auf der Schließungsliste stehen, gibt es keine Hoffnung auf Rettung mehr. Das teilt die Unternehmensleitung den Oberbürgermeistern der Städte mit Schließungsstandorten in einem Brief mit, der dem Fachmedium TextilWirtschaft (dfv Mediengruppe) vorliegt. Damit dürften beim insolventen Essener Unternehmen 121 von derzeit noch 172 Warenhäusern übrig bleiben.

Für die betroffenen Innenstädte ist der Verlust eines Warenhauses oftmals ein schwerer Schlag, weil deren Attraktivität dadurch weiter abnimmt. Zahlreiche Stadtoberhäupter hatten sich deshalb bis zuletzt für den Erhalt der Standorte eingesetzt, es gab auch Demonstrationen und Unterschriftenaktionen.

In den vergangenen Wochen waren noch zwölf Standorte von der zunächst 80 Warenhäuser und Karstadt Sports-Filialen umfassenden Streichliste heruntergenommen worden. Laut TextilWirtschaft mutmaßlich wegen teils sehr weitreichender Zugeständnisse der Hauseigentümer bei den Mieten. Es sei allerdings in den Filialen in den Städten der jetzt angeschriebenen Oberbürgermeister "nicht gelungen, die Parameter so wesentlich zu verändern, dass eine Fortführung möglich wäre", zitiert die TextilWirtschaft aus dem Brief der Unternehmensleitung.

Weiterhin schreiben die Top-Manager von Galeria Karstadt Kaufhof, "dass uns die Entscheidung nicht leichtgefallen ist." Sie sei aber notwendig gewesen, um das Gesamtunternehmen nicht zu gefährden. "Für diese Entscheidung bitten wir Sie um Verständnis."

Als Kriterien, die für die Entscheidung für Schließung oder Fortführung wesentlich gewesen seien, werden in dem Schreiben "gegenwärtige und künftige soziodemographische Parameter des Standortes, die Standortverteilung in der Region, das wirtschaftliche Leistungsvermögen der Filiale, die Höhe von Mieten und weiteren Kosten sowie weitere Parameter des jeweiligen Mietvertrages" genannt.

Am 1. April war Deutschlands letztes bundesweit vertretenes Warenhausunternehmen unter den Schutzschirm des Insolvenzrechtes gegangen. Begründet wurde das mit den dramatischen Umsatzeinbrüchen durch den Shutdown. "Wir rechnen auch in den kommenden Monaten nicht mit der Erreichung normaler Umsätze", heißt es im aktuellen Bürgermeister-Brief. Nach der Vorlage eines Sanierungsplanes bei Gericht befindet sich das Unternehmen seit dem 1. Juli in der Insolvenz in Eigenverwaltung.

Dem Schreiben zufolge werde Galeria Karstadt Kaufhof "aller Voraussicht nach nach der Gläubigerversammlung am 01.09.2020 die Insolvenz zu Ende September abschließen können."

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