Remote Work Barometer

Deutsche lieben ihr Homeoffice

Große Mehrheit will laut Kearney Remote Work Barometer lieber im Homeoffice arbeiten.

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Düsseldorf (ots) - Neun von zehn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wollen nach der COVID-19 Pandemie weiterhin von zuhause arbeiten oder zumindest die Option behalten. Das ist das Ergebnis einer Befragung für das Kearney Remote Work Barometer. Demnach wünscht die große Mehrheit auch in Zukunft flexiblere Arbeitszeiten und schätzt die bessere Work-Life-Balance durch das Homeoffice. Doch es gibt auch Sorgen, dass die Teamarbeit leidet oder die Grenzen zwischen beruflichem und privatem Alltag verwischen.

"Noch immer unterschätzen viele Entscheidungsträger den tiefgreifenden Wandel der Art wie wir arbeiten. Unsere Befragung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zeigt, dass eine übergroße Mehrheit ihr Homeoffice dem Arbeitsplatz im Büro vorzieht", bewertet Digitalexperte und Kearney Partner Sebastian Schoemann die Ergebnisse des Kearney Remote Work Barometer, für den 600 deutsche und US-amerikanische Arbeitnehmer über sieben Wochen in den Monaten Mai und Juni wiederholt befragt wurden.

Aus Sicht von 43 Prozent der aus Deutschland stammenden Befragten sollte das Homeoffice zukünftig der Regelfall sein oder sie sollten zumindest jederzeit die Möglichkeit haben, von zu Hause aus zu arbeiten. 44 Prozent wollen es immerhin bis zu einmal in der Woche wahrnehmen. 73 Prozent wünschen flexible Lösungen auch über die Zeit der Pandemie hinaus.

Nach Ansicht Schoemanns zeigt das Kearney Remote Work Barometer zugleich, dass viele Unternehmen selbst diesen Wandel treiben, auch wenn es viele gar nicht von Anfang an strategisch getrieben haben. Hauptgrund war und ist, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angehalten wurden, möglichst von zu Hause aus zu arbeiten, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren und die Geschäftsabläufe im Lockdown so aufrecht zu halten. Folglich nennen 44 Prozent der deutschen Befragten dies als Grund für die Heimarbeit. Die Familiensituation oder die Angst sich mit dem Virus zu infizieren, sind mit 15 Prozent beziehungsweise 13 Prozent deutlich seltener die Begründung für den Wechsel aus dem Büro in die eigene Wohnung.

Ganz sorgenfrei ist aber auch das Arbeiten in den eigenen vier Wänden nicht. Mit 29 Prozent sagen fast ein Drittel, dass sie Probleme mit der Kommunikation und Zusammenarbeit haben, wenn sie nicht im Büro arbeiten. 22 Prozent fällt es schwer, abends abzuschalten und immerhin jeder Zehnte bekundet, sich einsam zu fühlen.

"Das Virus wird hoffentlich bald unseren Alltag nicht mehr einschränken. Die neue Art des Arbeitens wird aber bleiben und sich weiter beschleunigen: Dafür haben zu viele Unternehmen die Vorteile erkannt und in den vergangenen Wochen auch investiert, um die nötige Infrastruktur aufzubauen", so der Kearney Digitalexperte. Schoemann warnt jedoch zu glauben, dass man als Unternehmen damit automatisch für die neue Zeit gerüstet sei. "Die Frage der technischen Infrastruktur ist im Vergleich einfach zu beantworten. Die größere Herausforderung ist, aus dem Ausnahmezustand der vergangenen Wochen ein dauerhaftes und strategisch ausgerichtetes Zusammenarbeiten zu machen und die passende Unternehmenskultur zu entwickeln."

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