Schulverpflegung aktuell

Stellungnahme des Deutschen Netzwerkes Schulverpflegung (e.V.) zur öffentlichen Anhörung im Deutschen Bundestag zum kostenfreien Schulessen

Berlin (ots) -

Schulessen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

In der öffentlichen Anhörung im Ernährung und Landwirtschaft/Ausschuss des Deutschen Bundestage ging es um das Thema kostenfreies Schulessen, welches als eine der wichtigsten Empfehlungen des Bürgerrates, jüngst an das Parlament herangetragen wurde. Zu dem Fachgespräch hatte man Experten und Expertinnen eingeladen, die zum Thema referierten und Fragen der Ausschussmitglieder beantworten. Der Bürgerrat für Ernährung im Wandel will zur Finanzierung eines bundesweit kostenfreien Mittagessens für alle Kinder das Kindergeld kürzen. Das machte ein Teilnehmer des Gremiums im Ausschuss deutlich. Man machte auf die hohen Folgekosten aufmerksam, die durch falsche Ernährungsmuster im Kinder- und Jugendalter entstünden. Allerdings gebe es für die Vorschläge des Bürgerrates kein Finanzierungskonzept und zudem seien schulische Angelegenheiten Sache der Länder. Zugleich wurde deutlich, dass das Thema kostenfreies Schulmittagessen das wichtigste Thema im Bürgerrat gewesen sei. Die Empfehlungen seien im breiten Konsens zustande gekommen, und diese sollten die Adressierten dazu bringen, Vorschläge zu erarbeiten, wie die Empfehlungen umgesetzt werden könnten.

Der Vorsitzende des DNSV erklärte dazu, "dass dies schon vor über 10 Jahren in selbigen Ausschuss diskutiert wurde und man sich damals schon einig war, dass endlich zur Tat geschritten werden sollte. Viel Geld wurde seitdem in Untersuchungen, Studien etc. gesteckt. Empfehlungen wurden zu Hauf gemacht. Es war schon verwunderlich, dass weder Vertreter der Schüler und Schülerinnen der Bundesschülerkonferenz eingeladen waren, denn um deren Ernährung geht es ja schließlich, noch kamen die Eltern, oder der Bundeselternrat zu Wort. Vertreter der Schul- und Kitacateringbetriebe vermisste man gleich ganz. Dagegen forderte man in dieser akademischen Diskussion wieder neue Studien/Untersuchungen zum Gegenstand. Wir fordern, dass die Schulverpflegung, nun endlich nicht nur als ein warmes Mittagessen angesehen wird. Sie betrifft die Schule und deren Strukturen insgesamt und ist mit der Einführung des ganztags Schulbetriebes eine der dringlichsten aktuellen Aufgaben und die beste Investition in die Zukunft der Gesellschaft. Um Qualität, Akzeptanz und Nachhaltigkeit der Schulverpflegung insgesamt zu erreichen, müssen verschiedene Systeme und Gruppen, ineinander greifen: Schulverwaltung, Wissenschaft, Gesundheits- und Ernährungspolitik, die Ernährungsindustrie, Caterer, kommunale Schulträger, Landwirtschaft, Eltern und schließlich Schüler und Schülerinnen verschiedener Altersgruppen. Schulessen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das Schulessen muss endlich als Kindergrundrecht in einem Bundesgesetz festgeschrieben werden."

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