20.000 Azubis unterstützt

Unterstützungsangebot gegen Ausbildungsabbrüche erreicht Meilenstein

Offenbach am Main (ots) -

Das Beratungsprogramm QuABB der hessischen Landesregierung hat Anfang dieses Monats seinen 20.000sten Beratungsfall begleitet. QuABB steht für Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule. Ziel der Beratung und Begleitung ist es, Ausbildungsabbrüchen präventiv entgegenzuwirken und damit einen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Hessen zu leisten. Auszubildende, Betriebe und Lehrkräfte aus Berufsschulen können sich an die Ausbildungsbegleiter*innen von QuABB wenden, wenn während der Ausbildung Schwierigkeiten auftreten. Die Beratungsfachkräfte unterstützen bei der Problemlösung, bis die Ausbildung stabilisiert oder eine Anschlussperspektive gefunden ist.

Individuelle Herausforderungen und langfristig Auswirkungen von Ausbildungsabbrüchen

Die Anliegen Auszubildender sind vielfältig. So sollte zum Beispiel ein junger Mann fast 50 Stunden an sechseinhalb Tagen in der Woche in einer Bäckerei arbeiten. Ein anderer Azubi ist von Abschiebung bedroht und kann sich nicht auf seine Lehre konzentrieren. Und eine junge Frau muss sich neben der Ausbildung um ihre jüngeren Geschwister kümmern, weil die Eltern schwer krank sind. Auszubildende profitieren kurzfristig von der Unterstützung in solchen schwierigen Phasen der Ausbildung und langfristig durch die Verbesserung ihrer Perspektive auf dem Arbeitsmarkt. Auch Betriebe haben ein Interesse daran, dass ihre Azubis die Ausbildung erfolgreich abschließen. Eine Ausbildung kostet den Betrieb nach einer Erhebung des Bundesinstituts für Berufliche Bildung durchschnittlich 6.478 Euro pro Jahr - eine Investition in die Zukunft, die verloren geht, wenn die Ausbildung nicht abgeschlossen wird. Darüber hinaus verursachen Ausbildungsabbrüche gesellschaftliche Kosten. Zum einen fallen Lohnsteuereinnahmen und Beiträge in die Sozialversicherungen weg. Zum anderen entstehen bei Arbeitslosigkeit Kosten durch Transferzahlungen.

Prävention als wichtiger Faktor

Bei vielen Schwierigkeiten ist es wichtig, schnell zu handeln. Denn wenn der Konflikt im Betrieb erst mal eskaliert ist oder Auszubildende im Unterricht den Anschluss verloren haben, sinken die Chancen, dass eine Unterstützung erfolgreich ist. Deswegen umfasst QuABB präventive Maßnahmen, die die beteiligten Akteur*innen für sich anbahnende Probleme sensibilisieren und dafür sorgen sollen, dass Ratsuchende rechtzeitig die passende Unterstützung erhalten. Auf der Website des Programms (www.quabb-hessen.de) finden sich zahlreiche Materialien zum Thema, die von Azubis, Ausbilder*innen und Lehrkräften kostenlos genutzt werden können.

Erfolgreiche Maßnahme gegen Fachkräftemangel in Hessen

QuABB wurde 2009 konzeptioniert, um dem Fachkräftemangel in Hessen gegenzusteuern. Die Arbeit des Programms ist heute angesichts des rückgängigen Interesses an der dualen Ausbildung wichtiger denn je. Eins der Programmziele lautet daher, mindestens 70 Prozent der Ausbildungen, bei denen QuABB hinzugezogen wird, zu stabilisieren. Inzwischen liegt die Erfolgsquote weit über diesem Ziel: Drei Monate nach Abschluss der Beratung setzen 86 Prozent ihre Ausbildung entweder fort oder haben sie schon erfolgreich beendet.

Von 2009 bis 2015 wurde QuABB in einigen hessischen Modellregionen erprobt und optimiert. Mit den Erkenntnissen aus der Modellphase wurde das Angebot dann 2015 als Landesprogramm auf ganz Hessen ausgeweitet. 2024 feiert QuABB also auch sein 15-jähries Bestehen. Zählt man die Fälle aus der Modellphase mit, können im Jubiläumsjahr sogar schon über 26.000 Beratungen verzeichnet werden. QuABB wird gefördert von der Europäischen Union und aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum und des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen. Ursprünglich entwickelt und erprobt und heute koordiniert wird das Programm von involas, dem Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.

Weitere Informationen unter: www.quabb-hessen.de.

Über involas

involas, das Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, bietet seit über 30 Jahren wissenschaftliche Dienstleistungen für die vielfältigen Herausforderungen in den Bereichen Berufliche Bildung, Arbeitsmarktintegration und gesellschaftlicher Zusammenhalt an. Diese werden gemeinsam mit Partner*innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis erarbeitet, erprobt und verankert. Das Spektrum des Instituts reicht von Projektentwicklung, Beratung, Studien, Evaluationen, wissenschaftlichen Begleitungen, Datenbanken zur Unterstützung von Prozessen der Beruflichen Bildung und aktiven Arbeitsmarktpolitik über Konzeptentwicklungen, Veranstaltungen bis hin zu Netzwerkmanagement und -moderation. An sechs Standorten und weiteren Projektbüros weltweit arbeiten über 120 Mitarbeitende, unterstützt von zahlreichen externen Fachleuten. Neben dem Hauptsitz in Offenbach am Main ist involas in Berlin, Bremen und Hamburg in Deutschland vertreten. Gemeinsam mit dem Büro in Brüssel werden Projekte auf nationaler Ebene, der EU sowie der internationalen Entwicklungszusammenarbeit koordiniert und umgesetzt. involas war bereits in über 80 Ländern aktiv, wodurch das Institut auf umfangreiche Erfahrungen in nationalen und internationalen Kontexten zurückblicken kann.

www.involas.com

Pressekontakt:



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