Was ist eigentlich Outplacement?

Outplacement ist die Beratung und Begleitung von Mitarbeitenden bei der beruflichen Neuorientierung und Stellensuche am externen Arbeitsmarkt. Die Beratungsleistung Outplacement wird von Arbeitgebern, die sich von einzelnen oder mehreren Mitarbeitern trennen, genutzt – zum Beispiel dann, wenn es aufgrund von Personalabbau oder Restrukturierung zu betriebsbedingten Kündigungen oder Aufhebungsverträgen kommt.

 

Outplacement Was ist das eigentlich?



Eine Outplacement-Beratung hat zum Ziel, von Personalabbau betroffene Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bei der Suche nach einer neuen Stelle zu unterstützen. Dabei geht es nicht nur darum, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, sondern vielmehr darum eine neue adäquate Position innerhalb eines angestrebten Zeitraumes zu finden. In einer zumeist intensiven Beratung analysieren Outplacement-Klienten mit Hilfe Ihres Beraters oder Ihrer Beraterin ihre beruflichen Kompetenzen und Stärken, definieren den nächsten beruflichen Schritt, erstellen aussagekräftige Bewerbungsunterlagen und bereiten sich auf Vorstellungsgespräche vor.

 

Darum investieren Unternehmen in Outplacement

Arbeitgeber wie auch von Kündigung oder Personalabbau betroffene Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen profitieren von einer Outplacement-Beratung.

Für Arbeitgeber verringert sich das Risiko, dass von Kündigung betroffene Mitarbeitende Kündigungsschutzklage einreichen. Sie können dadurch zum Teil langwierige Rechtstreitigkeiten vermeiden. Obwohl Outplacement für Arbeitgeber zunächst ein zusätzliches finanzielles Investment bedeutet, können darüber den gesamten Trennungsprozesses Kosten eingespart werden. In Abhängigkeit von den jeweiligen Kündigungs- und Trennungsmodalitäten können durch Outplacement-Beratung Kosten eingespart werden, zum Beispiel, wenn ein Arbeitnehmer aufgrund einer neuen Festanstellung bei anderem Arbeitgeber lange vor Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit das Unternehmen verlässt. Aber auch vermeintlich „weiche Faktoren“ sprechen für das Investment in eine Outplacement-Beratung: Denn die Unterstützung von Entlassenen wirkt sich auch positiv auf das Arbeitsklima und die Produktivität der verbleibenden Mitarbeiter und auf das Employer Branding aus.

Auch Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die im Fall einer Kündigung oder eines Aufhebungsvertrags eine Outplacement-Beratung nutzen, ergeben sich Vorteile: Gerade Mitarbeitende mit Betriebszugehörigkeit von 20 oder mehr Jahren fällt es häufig schwer, die eigenen Kompetenzen und Stärken zu benennen. Meistens liegt auch die letzte Bewerbung lange zurück, so dass es ihnen auch an aktuellem Bewerbungsknowhow fehlt. Durch eine Outplacement-Beratung gewinnen sie Klarheit und Sicherheit hinsichtlich ihrer beruflichen Kompetenzen, Fähigkeiten und Stärken. Gleichzeitig verkürzt sich ihrer Bewerbungsphase durch das Einbeziehen von fortschrittlichen Bewerbungswegen, überzeugendem Auftreten und Argumentation in Vorstellungsgesprächen.

 

So läuft eine Outplacement-Beratung ab

Grundsätzlich kann eine Outplacement-Beratung in verschiedene Phasen unterteilt werden: In Standortbestimmung und Zielsetzung, Selbstmarketing, Bewerbung und Netzwerken, Vorstellungsgespräch und Vorbereitung auf die Probezeit. Je nach Outplacement-Programm und Zielsetzung des Teilnehmers bzw. der Teilnehmerin wird unterschiedlich intensiv an den einzelnen Themen gearbeitet. Nach einer professionellen Outplacement-Beratung sollten die Teilnehmenden nicht nur aussagekräftige Bewerbungsunterlagen erstellt haben, sondern auch Fragen wie: „Was können Sie?“, "Was für eine Position suchen Sie?“ und “Warum sollten wir Sie einstellen?“ überzeugend beantworten können.

 

Unterschiedlich Programm-Optionen

Im Outplacement unterscheidet man zwischen Einzel- und Gruppenprogrammen. Ein Gruppen-Outplacement bietet sich an, wenn mehrere Mitarbeitende das Unternehmen zum gleichen Zeitpunkt verlassen, z.B. wie es häufig bei einer Standortschließung oder -verlagerung vorkommt. Ein Gruppen-Outplacement kann aus einem einzigen Seminartag „Bewerbertraining“ bestehen bis hinzu einer Kombination aus mehreren Workshoptagen und Einzelgesprächen bestehen. Bei Einzelberatungen kann man grundsätzlich zwischen drei Varianten unterscheiden. Bei sogenannten Monatsprogrammen werden Mitarbeitende über eine definierten Laufzeit, zum Beispiel drei, sechs oder 12 Monate, beraten und begleitet. Innerhalb dieses Zeitraums steht der oder die Outplacement-Berater/in individuell nach Bedarf zur Verfügung. Alternativ gibt es auch Outplacement-Programme mit einem bestimmten Beratungsumfang, zum Beispiel 12, 18 oder 26 Stunden.

Einen ganz anderen Ansatz verfolgen Programme, bei denen Teilnehmende so lange begleitet werden, bis sie ein bestimmtes Ziel erreicht haben. Zum Beispiel, bis sie einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben oder mindestens Vorstellungsgespräche in drei Unternehmen geführt haben.

Unabhängig vom Outplacement-Programm sollte ein professionelles Outplacement-Angebot immer Spielraum für individuellen Vorgehen haben. Denn es geht immer um Menschen.

 

Kosten einer Outplacement-Beratung

Bei den Outplacement-Marktführern liegen laut einer Marktstudie die Kosten für ein unlimitiertes Beratungsprogramm, also bis ein Mitarbeitender fest in einer neuen Position etabliert ist, zwischen 18 und 22 % des letzten Bruttojahresgehalts. Die Kosten für ein 12-monatiges Outplacement Programm bewegen sich hiernach durchschnittlich zwischen 15.000 bis 18.000 Euro. Beratungsprogramme mit definierter Stundenzahl oder einer kürzeren Laufzeit sind entsprechend kostengünstiger. Der Rechnungsempfänger ist in der Regel der Arbeitgeber.

 

So finden Sie einen passenden Outplacement-Anbieter

Neben einer Handvoll großen, zum Teil global aufgestellten Outplacement-Beratungsunternehmen, gibt es in Deutschland eine Vielzahl von kleineren Outplacement-Anbietern. Diese sind in herkömmlichen Branchenverzeichnissen oder mittels einer einfachen Google-Suche zu finden. Mittelständische Unternehmen setzen gerne auf regionale Outplacement-Profis, die aufgrund ihrer Unabhängigkeit von großen Beratungshäusern ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten. Eine kostenfreie Vermittlung von Outplacement-Spezialisten im deutschsprachigen Raum bietet zum Beispiel die Online-Plattform Outplacement-Consultings.de.

 

Wo kommt Outplacement her?

Outplacement stammt ursprünglich aus den USA. Die Beratung ist nach Ende des zweiten Weltkriegs entstanden als viele Soldaten aus dem Militärdienst entlassen wurden. Outplacement-Berater haben Veteranen dabei unterstützt im zivilen Bereich Arbeit zu finden.

 

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