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Mit ETFs langfristig Vermögen aufbauen

11. April 2022

ETFs sind in aller Munde und werden häufig als risikoarme und einsteigerfreundliche Investitionsmöglichkeit angepriesen. So gelten die passiven Indexfonds im Vergleich zu aktiv gemanagten Aktienfonds als deutlich günstiger. Trotzdem sollten Neueinsteiger nicht einfach drauf loskaufen, sondern sich im Vorfeld mit den verschiedenen Pro- und Contra-Aspekten eines ETFs befassen. Um langfristig Vermögen mit einem ETF-Depot aufzubauen, müssen Sie die Funktionsweise der Geldanlage verstehen und die wichtigsten Auswahlkriterien kennen.

 

Was verbirgt sich hinter der Abkürzung ETF?

Das Kürzel ETF steht für „Exchange Traded Fund“, was zu Deutsch so viel wie „börsengehandelter Fonds“ bedeutet. Weil ein ETF immer einen bestimmten Index abbildet, ist in diesem Zusammenhang auch von Indexfonds die Rede. Welcher Index nachgebildet wird, kann von ETF zu ETF sehr unterschiedlich sein. Häufig handelt es sich dabei um Aktienindizes wie den DAX oder den MSCI World. Im Gegensatz zu herkömmlichen Investmentfonds sind ETFs eine passive Anlagemöglichkeit. Dies bedeutet, dass die Wertpapierauswahl nicht aktiv gemanagt wird, weshalb die Kosten für einen ETF auch geringer ausfallen. Voraussetzung für den Vermögensaufbau mit ETFs ist ein Depot bei einem Online-Broker oder eine Bank. Bei den Anbietern handelt es sich häufig um sogenannte Direktbanken oder Neobroker, da das Geschäft mit ETF-Depots für die großen Filialbanken nicht rentabel genug ist.

 

Die Vor- und Nachteile eines ETFs

ETFs sind in aller Regel für die langfristige Geldanlage gedacht und versprechen eine höhere Rendite als es bei einem klassischen Sparbuch oder Tagesgeldkonto der üblich wäre. Gleichzeitig fallen aus den bereits genannten Gründen nur geringe Kosten an. Die Verwaltungsgebühren für aktive Investmentfonds liegen teilweise bei bis zu zwei Prozent. Bei einem ETF fallen gar keine oder niedrige Gebühren von unter einem Prozent an. Zudem erheben viele Banken für den Ankauf von Aktien-Anteilen einen zusätzlichen Aufschlag – zusätzlich zu den üblichen Transaktionskosten. Letztere zahlen Sie häufig auch bei einem ETF, doch dafür fallen alle weiteren Aufschläge weg. Gegenüber Einzelaktien haben passive Fonds immer den Vorteil, dass in verschiedene Wertpapiere investiert wird, wodurch bei einem ETF der Effekt der Risikostreuung noch größer ist. Die Kursschwankungen einer Aktie wirken sich daher nicht so stark aus.

Aus diesem Umstand ergibt sich jedoch auch einer der größten Nachteile gegenüber einer Investition in Einzelaktien. Die Rendite ist nämlich nie höher als der abgebildete Index. Zudem kann der Käufer nicht selbst entscheiden, welche Wertpapieranteile im Depot landen.

 

So funktioniert der Vermögensaufbau per ETF-Sparplan

Ein ETF-Sparplan ist der einfachste Weg zum Vermögensaufbau mit Indexfonds. Sie legen für den Sparplan selbst einen bestimmten Betrag fest, der monatlich investiert wird. Manche Broker setzen eine Mindestsparrate voraus, doch bei einigen Anbietern ist die Einrichtung eines Sparplans schon ab einem monatlichen Betrag von 25 Euro möglich. Ob und welche Zusatzkosten anfallen, ist vom jeweiligen Broker abhängig. Einen guten Überblick zu den verschiedenen Konditionen erhalten Sie bei einem ausführlichen ETF-Sparplan-Vergleich.

 

Warum sich der Sparplan mehr lohnt als die Einmalanlage

Die Alternative zum Sparplan ist die Einmalanlage. Bei dieser investieren Sie einmalig oder zu selbst gewählten Zeitpunkten einen bestimmten Betrag, der oft weit höher liegt als eine monatliche Sparrate. Anlässe für die Einmalanlage sind beispielsweise Erbschaften oder Schenkungen. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist die Anlage per Sparplan jedoch besser geeignet. Bei einem Sparplan profitieren Sie nämlich immer vom „Cost Average Effect“, zu Deutsch „Durchschnittskosteneffekt“. Dieser beruht auf dem Umstand, dass die Anteilspreise bei jedem Kauf über einen Sparplan unterschiedlich sind. Daraus ergeben sich über einen bestimmten Zeitraum Durchschnittskosten, die geringer ausfallen als bei einer Einmalanlage.

 

Wichtige Kriterien für die ETF-Auswahl

Wer in ETFs investieren möchte, der braucht nicht nur einen guten Broker, sondern muss sich auch für die passenden ETFs entscheiden. Um den richtigen Indexfonds zu finden, können Anfänger sich an bestimmten Kriterien orientieren:

  • Fondsvolumen: Damit der ETF langfristig am Markt bleibt, sollte er ein Volumen von mindestens 150 Millionen Euro aufweisen.
  • Alter des Fonds: Gibt an, wie lange der ETF bereits besteht. Als Faustregel gilt hier eine Dauer von mindestens 3 Jahren.
  • Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, kurz „TER“): Kennzahl, die die jährlich anfallenden Kosten (außer Transaktionskosten) angibt. Sie sollte unter 0,7 % liegen.
  • Volatilität: Beschreibt die durchschnittlichen Kursschwankungen. Sie ist oft für verschiedene Zeitspannen angegeben und dient als Risikoindikator.
  • Ausschüttender oder thesaurierender ETF: Die Rendite wird entweder ausgeschüttet oder reinvestiert.

Für eine langfristige Strategie empfiehlt sich ein thesaurierender ETF. Die erzielte Rendite wird bei diesen automatisch reinvestiert, wodurch Sie vom Zinseszinseffekt profitieren können. Bei diesem nimmt die Rendite über die Jahre nicht linear zu, sondern verzeichnet ein exponentielles Wachstum.

 

Die unterschiedlichen Anlageklassen

Bei ETFs stehen grundsätzlich verschiedene Anlageklassen zur Wahl. Diese unterscheiden sich hinsichtlich des erwartbaren Risikos und damit auch bezüglich der Renditechancen. Höhere Chancen bedeuten hierbei in den allermeisten Fällen auch ein gesteigertes Risiko. Ganz oben stehen Aktien und Immobilien. Staats- und Unternehmensanleihen versprechen hingegen geringere Aussichten auf eine gute Rendite, sind aber auch sicherer. Rohstoffe sind meistens im Mittelfeld angesiedelt, während Währungen ganz unten stehen. Sie können sich zudem an der angegebenen Sicherheitsklasse orientieren. Diese reichen von Klasse 1 für sicherheitsorientierte Anleger bis Klasse 4 für risikobewusste Anleger.

 

Welche Risiken gibt es?

ETFs sind prinzipiell denselben Risiken ausgesetzt, wie andere Börseninvestments auch. Die Gefahr eines Totalverlusts ist trotzdem vergleichsweise gering. Das liegt vor allem an der großen Kapitalstreuung. Trotzdem gibt es aber ETF-Varianten, die mit risikoreichen Replikationsmethoden arbeiten. Ein gutes Beispiel sind Swap-ETFs. Diese bilden den entsprechenden Index mithilfe eines Tauschgeschäfts nach. Die Rolle des hierfür benötigten Kontrahenten übernimmt meistens ein Finanzinstitut. Kann dieses den Verpflichtungen nicht nachkommen, sind Verluste die Folge.

 

Nachhaltige ETFs als Anlagetrend

Nachhaltigkeit spielt auch bei Investments eine wachsende Rolle. Dabei ist die Investition in einen nachhaltigen ETF nicht nur eine Frage des Gewissens, sondern mittlerweile auch eine der Rendite. Durch den Trend greifen immer mehr Anleger auf nachhaltige Alternativen zurück, wodurch sich das Handelsvolumen und somit auf die Renditechance erhöht. Sie erkennen entsprechende ETFs ganz leicht an Namenszusätzen wie ESG (Umwelt), Social (Soziales) oder Governance (verantwortliche Unternehmensführung). Über die Aufnahme oder der Ausschluss bestimmter Unternehmen in den ETF entscheidet ein Kriterienkatalog. Wichtig ist dabei, ob ein gewisser Prozentsatz der Umsätze beispielsweise mit erneuerbaren Energien oder aber mit der Produktion von Waffen erwirtschaftet wird.

 

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