Die Kunst des klaren Denkens

Wer weiß, wie leicht man sich irren kann, ist besser gewappnet

14. Januar 2020

Verlag: dtv Verlag
Autor: Rolf Dobelli
Umfang: 256
Sprache: Deutsch
Auflage: 23.Auflage 2019
ISBN: 978-3-423-34826-3
Preis: 9,90

Leseprobe: Hier geht es lang

 

Wir kennen und verstehen die Welt um uns und wissen, was wahr ist und was nicht? Zumindest gehen wir immer davon aus. Wo die Tücken und Schwierigkeiten unserer der Vorsteinzeit entsprungenen Denkstrukturen liegen, zeigt der Autor in diesem Buch auf amüsante und augenöffnende Art. In zweiundfünfzig Kapiteln werden klassische Denkfehler aufgedeckt, die immer wieder zu Fehlentscheidungen führen.


Warum sie die Vergangenheit ignorieren sollten
Kennen Sie eine der folgenden Situationen? Sie sitzen im Kino und sehen sich ein Film an. Sie finden ihn ganz furchtbar und schlagen Ihrer Begleitung vor, die Vorstellung zu verlassen. „Aber wir haben doch schon 30 Euro bezahlt und können nicht einfach gehen.“ Aber das Geld ist ja eh schon verloren. Warum sollte man jetzt auch noch seine Zeit verschwenden, statt schönere Dinge zu tun?

Oder: Sie diskutieren mit Ihren Kollegen über eine Werbekampagne, die unterirdische Ergebnisse erzielt. Ihr Vorschlag, diese Aktion sofort einzustampfen wird mit den Worten quittiert: „Wir haben schon so viel Zeit und Geld investiert, wir können das jetzt unmöglich stoppen.“

Wenn Sie in Aktien investieren, kennen Sie das Phänomen bestimmt auch, dass Sie Ihre Verkaufsentscheidung am Einstandspreis orientieren. Liegt die Aktie über dem ursprünglichen Kurs wird verkauft, liegt er darunter wird die Aktie gehalten, egal wie die Perspektive ist. Völlig irrationaler Weise wird je stärker an einer Aktie festgehalten, je mehr Geld bereits verloren ist.

Warum verhalten wir uns oft entgegen jeglicher Vernunft? Der Mensch strebt danach, konsistent zu erscheinen. Wenn wir uns entscheiden, ein Projekt frühzeitig abzubrechen, haben wir ein Problem. Wir müssen zugeben, dass wir früher anders gedacht haben oder uns schlichtweg geirrt haben. Und wer möchte das schon? Also wird das, objektiv betrachtet, völlig sinnlose Projekt einfach weitergeführt.

Gruppendenken: Warum Konsens gefährlich sein kann.
Saßen Sie schon einmal in einem Meeting mit einer Meinung, die nicht ins allgemeine Stimmungsbild passte und Sie haben sich mit der Äußerung Ihrer Gedanken zurückgehalten? Bestimmt. Man will ja nicht der ewige Störenfried sein und vielleicht ist der eigene Ansatz doch nicht ganz so gut. Da sich die anderen ja einig zu sein scheinen, kann es so falsch dann auch nicht sein.

Wenn man so handelt, tritt das Problem des Gruppendenken ein: Eine Gruppe intelligenter Menschen trifft so völlig idiotische Entscheidungen, weil jeder seine Meinung dem vermeintlichen Konsens anpasst. Hätte man jeden Teilnehmenden einzeln, ohne die Tücken der Gruppendynamik, dazu gefragt, wäre das Vorgehen abgelehnt worden. <br /<<br />Also: Wenn Sie sich in einer eingeschworenen Gruppe mit starkem Konsens finden, äußern Sie Ihre Meinung unbedingt, auch wenn sie nicht gerne gehört wird. Um dieser Konsens-Falle zu entgehen ist es ratsam zu Beginn einer Sitzung einen Advocatus Diaboli zu ernennen, der die Aufgabe hat, alle ausgesprochenen Annahmen zu hinterfragen und anzuzweifeln. Dieser wird im Meeting nicht gerade die beliebteste Person sein, vielleicht aber die wichtigste.

Fazit

Wer sich bewusst machen möchte, wann unser Gehirn zu voreiligen und falschen Schlüssen neigt, sollte sich diesen "Klassiker des Denkens" gönnen. Die kurzen Abschnitte lassen sich gut zwischendurch lesen und geben überaus interessante Gedankenanstöße.

Am 6. April 2020 erscheint im Piperverlag ist eine gebundene Neuauflage des Buches zum Preis von 20€. Zur Vorbestellung

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