Importpreise im Juni 2022

+29,9 % gegenüber Juni 2021

29.07.2022
WIESBADEN (ots) -

Importpreise, Juni 2022

+29,9 % zum Vorjahresmonat

+1,0 % zum Vormonat

Exportpreise, Juni 2022

+16,1 % zum Vorjahresmonat

+0,9 % zum Vormonat

Die Importpreise waren im Juni 2022 um 29,9 % höher als im Juni 2021. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hat sich der Anstieg somit im zweiten Monat in Folge leicht abgeschwächt. Im Mai 2022 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr noch bei +30,6 % gelegen, im April 2022 bei +31,7 %. Gegenüber dem Vormonat Mai 2022 stiegen die Importpreise im Juni 2022 um 1,0 %.

Starker Preisanstieg nach wie vor auf Energiepreisentwicklung zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im Juni 2022 um 136,0 % teurer als im Juni 2021 und 5,9 % teurer als im Mai 2022. Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist weiterhin vor allem durch die starken Preissteigerungen bei importiertem Erdgas begründet. Diese Preise lagen im Juni 2022 fast dreimal so hoch wie im Juni 2021 (+198,9 %). Nachdem sie von April bis Mai 2022 um 3,6 % gefallen waren, stiegen sie im Juni 2022 gegenüber Mai um 3,0 %.

Die Preise für importierte Steinkohle lagen 273,3 % über denen von Juni 2021, sanken aber um 0,9 % gegenüber Mai 2022.

Erheblich teurer als vor einem Jahr waren außerdem Mineralölerzeugnisse mit +109,7 % und Erdöl mit +85,3 %. Hier stiegen die Preise auch gegenüber dem Vormonat Mai 2022 wieder an: bei Mineralölerzeugnissen um 9,1 % und bei Erdöl um 8,6 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Juni 2022 um 15,4 % höher als im Juni 2021 und 0,3 % niedriger als im Vormonat Mai 2022. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 24,6 % über dem Stand des Vorjahres (+0,1 % gegenüber Mai 2022).

Höhere Preise für Vorleistungsgüter im Vorjahresvergleich vor allem bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, Metallen und Kunststoffen, Papier und Pappe

Importierte Vorleistungsgüter waren im Juni 2022 um 22,1 % teurer als im Vorjahresmonat (-0,7 % gegenüber Mai 2022).

Importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen waren mit einem Plus von 159,6 % immer noch erheblich teurer als im Juni 2021. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise aber zum zweiten Mal in Folge, diesmal um 3,7 %.

Höher als im Juni 2021 waren außerdem vor allem die Importpreise für Rohaluminium (+65,2 %) sowie für Papier und Pappe (+41,7 %). Auch Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+41,0 %) sowie Kunststoffe in Primärformen (+21,6 %) waren weiterhin erheblich teurer als vor einem Jahr. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Papier-, Karton- und Pappepreise weiter an (+1,2 %), während Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 4,2 %, Kunststoffe in Primärformen um 1,4 % und Rohaluminium um 0,2 % preiswerter importiert wurden.

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Juni 2022 um 7,7 % über denen von Juni 2021 (+0,2 % gegenüber Mai 2022). Teurer waren insbesondere Maschinen (+8,7 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+6,1 %).

Importierte Verbrauchsgüter wurden binnen Jahresfrist 13,1 % teurer (+0,3 % gegenüber Mai 2022), vor allem bedingt durch den Preisanstieg im Vorjahresvergleich für Nahrungsmittel (+22,0 % gegenüber Juni 2021). Unter anderem lagen die Preise für pflanzliche und tierische Öle und Fette mit +35,5 %, für Milch und Milcherzeugnisse mit +30,9 % sowie für Fleisch und Fleischerzeugnisse mit +23,9 % deutlich über denen von Juni 2021.

Importierte Gebrauchsgüter kosteten im Durchschnitt 9,6 % mehr als im Juni 2021 (+0,6 % gegenüber Mai 2022).

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 22,3 % über denen von Juni 2021 (-3,0 % gegenüber Mai 2022). Insbesondere Rohkaffee (+56,6 %) und Getreide (+47,9 %) waren gegenüber dem Vorjahresmonat weiterhin erheblich teurer.

Im Vormonatsvergleich blieben die Kaffeepreise aber stabil, während Getreide zu 3,0 % niedrigeren Preisen importiert wurde.

Der Preisauftrieb bei lebenden Schweinen gegenüber dem Vorjahr verringerte sich auf nur noch +3,9 %, da sie gegenüber Mai 2022 deutlich preiswerter waren (-5,0 %).

Veränderungen der Exportpreise im Juni 2022

Der Index der Exportpreise lag im Juni 2022 um 16,1 % über dem Stand von Juni 2021. Eine größere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im Rahmen der ersten Ölkrise gegeben (+16,8 % im November 1974 gegenüber November 1973). Im Mai 2022 und im April 2022 hatte die Jahresveränderungsrate bei +15,9 % beziehungsweise bei +16,0 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat Mai 2022 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 0,9 %.

Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Ausfuhrpreise im Vorjahresvergleich hatte im Juni 2022 die Preisentwicklung der Vorleistungsgüter, die einen Anteil von etwa einem Drittel an den Gesamtausfuhren haben, mit einem Plus von 19,7 % (+0,2 % gegenüber Mai 2022). Hier lagen insbesondere die Preise für Düngemittel und Stickstoffverbindungen (+143,7 %) sowie für Metalle (+28,9 %) erheblich über denen des Vorjahresmonats. Die hohen Preissteigerungen bei ausgeführten Energieträgern (+147,1 % gegenüber Juni 2021) hatten wegen des geringen Anteils an der Ausfuhr insgesamt einen schwächeren Einfluss auf den Gesamtindex als die Vorleistungsgüter.

Weitere Informationen:

Lange Zeitreihen können unter anderem über die Tabellen Einfuhrpreise (61411-0002 und 61411-0006) und Ausfuhrpreise (61421-0002 und 61421-0006) in der Datenbank GENESIS-Online bezogen werden. Detaillierte Informationen zu den Statistiken der Ein- und Ausfuhrpreise enthält auch die Fachserie 17, Reihe 8.1 und 8.2.

Eine Analyse der Energiepreisentwicklung bis einschließlich Februar 2022 im Vergleich zu den Preisentwicklungen während der beiden Ölkrisen 1973/1974 und 1979/1980 und der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 bietet die Pressemitteilung Nr. 171 vom 20. April 2022.

Die Importpreise sind auch Teil des "Krisenmonitors" (www.destatis.de/krisenmonitor), mit dem das Statistische Bundesamt die Entwicklung wichtiger Konjunkturindikatoren in der Corona-Krise und in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gegenüberstellt. Zudem sind sie neben weiteren Indikatoren zur Einordnung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie auf der Sonderseite "Corona-Statistiken" (www.destatis.de/corona) sowie im Dashboard Deutschland (www.dashboard-deutschland.de) verfügbar. Im Dashboard Deutschland bündelt das Statistische Bundesamt hochaktuelle Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themenbereichen Wirtschaft und Finanzen sowie Gesundheit und Mobilität.

Der Angriff Russlands auf die Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen wirken sich auf viele Bereiche in Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auf einer Sonderseite haben wir Daten und Informationen dazu für Sie zusammengestellt.

Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

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Statistisches Bundesamt
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Telefon: +49 611-75 34 44


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