"Digital" als die perfekte Projektionsfläche

10 Mythen der digitalen Kommunikation aufgeklärt

Mythos Digitalisierung

 

"Digital" als die perfekte Projektionsfläche

Jeder spricht darüber: Buzz-Words wie digitale Transformation und digitale Kommunikation klingen faszinierend und sind in aller Munde – wobei die exakte Bedeutung meist nebulös bleibt.

Es gibt dabei Glaubenssätze, Halbwahrheiten und Trugschlüsse, die einen am Erfolg hindern. Lassen Sie uns diese beleuchten – basierend auf persönlicher Industrie- und Berater-Tätigkeit sowie Erfahrungsaustauch mit anderen Experten. Vielleicht hilft der Beitrag Ihnen, unnötige Umwege zu vermeiden.

 

Sind das Ihre Ziele?

Sie wollen Experten, Konsumenten, Healthcare Professionals etc. helfen, bessere Entscheidungen zu treffen – und mehr "Mind share" in den Köpfen und im Marketing-Bereich mehr "Market share" im Markt erreichen.

Denn: Nur wenn Ihre Zielgruppen den wahren Stellenwert Ihrer Produkte erkennen, können sie diese zielgerichtet einsetzen. Das Problem: Wegen der Pandemie lassen viele Firmen, Krankenhäuser, Arztpraxen und Apotheken die Außendienstler gar nicht mehr in ihre Räume vor Ort. Dies bedeutet: Kommunikation wird zunehmend digital (Zoom beispielsweise hat circa 300 Millionen User täglich).

 

Mythos 1: Digital werden heißt primär mehr IT

Falsch. Die IT (Informationstechnologie) in Form neuer Computer oder Software oder schnellerem WLan erleichtert, aber ersetzt nicht den Dialog mit Ihren Zielgruppen. Es geht immer noch darum, die Kunden an den jeweiligen Kontaktpunkten ("Touch Points") der "Customer Journey" stimmig abzuholen – und zwar effektiver als die Konkurrenz.

 

Mythos 2: Das Medium ist das wichtigste

Falsch. Das wichtigste ist aktueller, hochwertiger Content, der dem Kunden hilft, Probleme zu lösen. Die Grundlage hierfür sind stets prägnant geschriebene Texte. Nach wie vor gilt: "Content is King" – wobei Story Telling mehr Aufmerksamkeit anzieht als reine Fakten.

Wenn eine Firma hingegen nur seichte, oberflächliche oder langweilige Inhalte anbietet, nutzt auch das häufige Bespielen multipler Kanäle wenig. Hier gilt der Satz: Ein Channel kann nur so gut sein wie die Inhalte, die er transportiert.

 

Mythos 3: Alle Plattformen bespielen

Nur bedingt richtig. Man sollte vielmehr dort präsent sein, wo die Zielgruppe ist. Für "Klamotten, Schmuck, Schminke, Lifestyle" sind dies beispielsweise Instagram, Facebook, etc. Für uns in der BtoB- oder Healthcare-Branche sind hingegen die organischen Google-Suchergebnisse als Eintrittspforte ins Internet besonders relevant.

 

Mythos 4: Die Firma muss gefunden werden

Nur teilweise richtig. Vorrangig ist vielmehr, dass Kunden online die Lösung der Firma für ihr aktuelles Problem finden, beispielsweise eine aufklärerische Webseite oder eine Produktwebseite. Beispiel: Die "Aspirin-Leute" wollen von den Verbrauchern eher für "Kopfschmerzen" gefunden werden als für "Bayer".

Tipp: Geben Sie in Google die Begriffe ein, die Ihre Zielgruppe eingeben. Wo stehen Sie im Vergleich zu den Mitbewerbern? Für viele meine Klienten ist das Suchergebnis eine unliebsame Überraschung – oft basierend auf Fehlern der Web-Agentur.

Die gute Nachricht: Mit überschaubarem Budget (weniger als für drei typische Print-Anzeigen) lässt sich die Online-Sichtbarkeit meist in etwa drei Monaten durch SEO (Search Engine Optimization = Suchmaschinen-Optimierung) stark verbessern.

 

Mythos 5: "Social Media nebenher machen"

Bemerkungen wie "Mein Chef sagt, wir sollen eben mal was in Social Media machen" oder "Ist doch leicht, mal was auf Instagram zu posten" sind im professionellen Business-Bereich absolut nicht zielführend.

Solche Statements unterschätzen grob den nötigen Aufwand, wenn die Firma dort wirkungsvoll präsent sein möchte. Dies erfordert eine Person, die das mit Engagement und "Herzblut" macht – und sich der rechtlichen Risiken bewusst ist.

 

Mythos 6: XING, LinkedIn und Co. für Produkt-Werbung nutzbar

Dies gilt nur sehr eingeschränkt für hochwertige Healthcare-Produkte. Wozu sind Netzwerk-Plattformen wie XING und LinkedIn sinnvoll? Typischerweise für die eigene Karriere, für Unternehmens-Auftritte, für Personaler mit dem Ziel Employer-Branding, für Headhunter mit dem Ziel Rekrutierung von Kandidaten, für Kurse sowie für den Aufbau von Communities.

 

Mythos 7: Newsletter werden nicht gelesen

Ein Irrtum. Richtig ist vielmehr: Schlechte Newsletter werden nicht gelesen. Jeden Tag werden Hundertausende Newsletter geöffnet und gelesen – vielleicht jedoch nicht der Ihrer Firma.

Wenn Sie das ändern wollen und den direkten, kosteneffektiven Draht zu Ihren Kunden planen, aufbauen und pflegen wollen, finden Sie praktische Tipps im 16-seitigen Gratis-Ratgeber der Kurs-Webseite.

 

Mythos 8: Videos werden nicht geschaut

Unzutreffend. Schauen Sie sich die Zahl der Aufrufe und Abonnenten aufmerksamkeitsstarker Videos an. Richtig gemacht und verschlagwortet, erreichen viele Firmen eine große Zahl von Interessenten und Kunden – mit nur einmaligem Investment.

Sie wollen die Deutungshoheit über Ihre Produkte in der Bewegtbild-Kommunikation ja nicht irgendwelchen Dritten überlassen, die zu unausgewogenen Beiträgen neigen.

 

Mythos 9: Große Firmen garantieren Erfolg

Ein kostspieliger Irrtum. Wie digitale Informations-Projekte ausgehen können, zeigt die gescheiterte SAP-Einführung bei Lidl, die der Discounter nach sieben Jahren und 500 Millionen Euro schließlich erfolglos abbrach.

 

Mythos 10: Reichweite ist ein Erfolgskriterium

Nur bedingt richtig. Reichweite in der bezahlten Variante ist – ebenso wie Werbe-Einblendungen ("Impressionen") – eine Input-Größe, die man mit entsprechendem Budget kaufen kann.

Geeignetere Erfolgskriterien sind: Online-Sichtbarkeit, Besucher auf der Webseite, Anteil der Besucher, die das tun, was sie tun sollen: Dokument downloaden, Emailadresse geben, Termin erfragen, Produkte bestellen bzw. kaufen (Conversion rate).

 

Weckruf: Vorsicht vor dem Bermuda-Dreieck

Ernüchtert erlebe ich oft, dass erfolgversprechende Initiativen im "zähen Sirup" der Abstimmungsschleifen zwischen Marketing, Internet-Abteilung, Headquarters, Informations-Beauftragtem (war ich selber mal) und externen Web-Agenturen stecken blieben.

Manchen bisher erfolgreichen Firmen wird nicht bewusst, dass sie so riesige Chancen verspielen, während die Konkurrenz an ihnen vorbeizieht – so wie Amazon gnadenlos den stationären Handel überrundet hat.

 

Empfehlung: Verantwortung klären

Falls Ihre Firma es noch nicht getan hat: Eine designierte, internetaffine Person sollte hier Verantwortung übernehmen. Dies bedeutet konkret: Klare Ziele und Erfolgskriterien erstellen, die richtige Agentur beauftragen, Leistungskenngrößen monatlich messen lassen und Maßnahmen kontinuierlich optimieren.

Weitere praktische Tipps, wie Sie Ihre Firma in eine erfolgreiche digitale Zukunft führen können, finden Sie in verschiedenen Gratis-Ratgebern auf der Workshop-Webseite.

 

 

Bildnachweis

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